aktion leben: Elternberatung wirkt präventiv
Ab heute, 1. Oktober 2026, gehört die „Elternberatung“ zum regulären Vorsorgeprogramm des Eltern-Kind-Passes (früher Mutter-Kind-Pass). Sie steht werdenden Eltern und Familien im ersten Lebensjahr des Kindes kostenlos zur Verfügung und wird von Familienberatungsstellen wie jener von aktion leben österreich durchgeführt.
Kostenlose Elternberatung steht
Beworben wird dieses freiwillige Angebot derzeit über ein Einlageblatt im Eltern-Kind-Pass bzw. über eine Seite im Zusatzheft zum Eltern-Kind-Pass, welches aber noch nicht alle ärztlichen Praxen erreicht hat. „Die Elternberatung steht aber und kann kostenlos in Anspruch genommen werden. Das ist unabhängig von allen Anlaufschwierigkeiten des erweiterten Eltern-Kind-Passes die entscheidende Botschaft an werdende Eltern“, sagt Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin von aktion leben österreich.
Themen sind relevant
Wichtige Themen sind die Auseinandersetzung mit Mutterschutz, die unterschiedlichen Varianten des Kinderbetreuungsgeldes, die Aufteilung der Care-Arbeit und Mental Load, beruflicher Wiedereinstieg und Konfliktbewältigung, etwa in der Paarbeziehung. Zwei Beispiele aus dem Beratungsalltag zeigen, wie bedeutsam die vermittelten Informationen zum Beispiel in finanzieller Hinsicht oder als Prävention von Altersarmut von Frauen sind.
Beispiel eins: Krankenstand und Kinderbetreuungsgeld
Eine schwangere Frau konnte wegen einer Krankheit nicht mehr bis zum Mutterschutz arbeiten. Ihr Arzt schrieb sie krank. Sie hatte geplant, das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld zu wählen und war sehr erstaunt, dass sie nach der Geburt kein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld bekommt. Hier fehlte die Information über die Voraussetzungen für den Anspruch dieser Kinderbetreuungsgeldvariante. Die Frau hätte sie mit vorzeitigem Mutterschutz statt Krankenstand in Anspruch nehmen können.
Beispiel zwei: Reden über Geld
Viele Frauen übernehmen einen Großteil der Care-Arbeit und reduzieren ihre Erwerbsarbeit für die Kinderbetreuung, während die Männer meist weiter in Vollzeit tätig sind. Um Nachteile für die spätere Pension auszugleichen, gibt es das Modell des freiwilligen Pensionssplittings. Der Antrag ist bis zum 10. Geburtstag des Kindes einzubringen.
„Elternberatung unterstützt mit Information, aber auch mit einem Gesprächsangebot für beide Partner über neuralgische Themen: Oft sind das die Finanzen und die Aufteilung der unbezahlten Arbeit. Klare Vereinbarungen helfen, spätere Probleme zu vermeiden“, schließt Kronthaler.
Elternberatung gibt es in Familienberatungsstellen wie bei aktion leben österreich. Das Angebot ist kostenlos, um telefonische Terminvereinbarung wird gebeten. Alle Informationen auf www.aktionleben.at.